Meine Arbeit

Jetzt habe ich mich etwas länger nicht bei euch gemeldet. Ich hatte viel frei, weil hier Rosh Hashanah (Neujahr) gefeiert wurde.

Jetzt denkt ihr bestimmt ich erzähle euch wieder eine Geschichte, wie die vom letzten Mal, als wir am Toten Meer gescheitert sind.

Nein, ich möchte euch nur kurz schildern wie ein typischer Arbeitstag von mir ausschaut.

Ich arbeite immer von Sonntag bis Donnerstag, außer es sind Feiertage, denn da habe ich frei.

Los geht es für mich immer um 8.30 Uhr in der Werkstatt. Hier schraube ich beispielsweise an Rollstühlen rum, säge und schleife. Mein letztes „Projekt“ war übrigens eine Gitarre, die ich kaputt in einer anderen WG gefunden habe und wieder zusammen gebaut habe. Sieht zwar nicht so schön aus, aber das wichtigste ist doch, dass sie funktioniert!

Um 12 Uhr gibt es dann immer Mittagessen in der Kantine des Krankenhauses.

Von 12.30 Uhr bis 13.30 Uhr bin ich dann immer am Computer und bekomme Aufgaben, wie z.B. im Internet nach Möglichkeiten zu suchen, um Krücken zu befestigen. Meine Suchergebnisse fasse ich dann am Ende immer in einer kurzen PowerPoint Präsentation zusammen und stelle sie dem Team vor.

Wenn ich damit fertig bin gehe ich in den Pflegedienst. Dort betreue ich dann jeden Tag einen anderen Patienten. Die Patienten sind auf unsere Hilfe angewiesen, weil sie im Rollstuhl sitzen. Mit ihnen schauen wir dann oft Filme, unterhalten uns, oder essen. Ein Patient, mit dem ich etwas mehr zutun habe, liebt es Musik zu hören und zu singen. Mit ihm und einem anderen Freiwilligen singe ich dann einfache Lieder, die ich auf der Gitarre und mein Mitbewohner auf der Ukulele begleiten kann.

Auch aus dem Grund habe ich auch die kaputte Gitarre wieder zusammen gebaut.

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Toter als das Tote Meer 🌊

Letzte Woche war ich in Tel Aviv und habe dort meine Freunde, die ich auf dem Ausreiseseminar kennengelernt habe besucht. Ich kam erst sehr spät an, dennoch quatschten wir noch eine ganze Weile. Ich erzählte von meiner WG und der Arbeit und was ich schon alles gesehen habe. Und dann hörte ich zu was sie zu erzählen hatten.

Am nächsten Morgen zogen wir los und klapperten so viele Second Hand Läden wie möglich ab. Leider haben wir nichts gefunden, was uns vom Preisleistungsverhältnis umgehauen hat. Schade…

Dann wollte ich ganz in Ruhe mit dem letzten Bus (der Shabbat ging ja dann irgendwann auch los) nach Jerusalem fahren. Leider verpasste ich den Bus und so musste ich den Plan über den Jordan werfen. Jetzt hatte ich zwei Möglichkeiten. Entweder ging ich zurück zu den anderen aus Tel Aviv (das hätte fast drei Stunden gedauert) oder ich würde probieren zu trampen. Ich entschied mich für letzteres. Und so lief ich Richtung Autobahnauffahrt. Dort wartete ich etwa 20 Minuten, bis mich ein junger Mann mit nach Jerusalem nahm.

Am Dienstag wollten wir dann zum ersten Mal zum Toten Meer fahren. Jaja wir wollten… Wir waren im richtigen Bus, aber sind falsch ausgestiegen. Nichtsahnend sind wir dann einfach mal Richtung Wasser gelaufen, bis uns irgendwann ein Pickup folgte. Ein Mann stieg aus und meinte, wir dürften hier nicht lang, weil es ein Privatgrundstück sei. Er verwies uns auf die Ladefläche seines Pickups und brachte uns wieder zur Bushaltestelle. Von dort aus nahmen wir den nächsten Bus, der uns zu einem öffentlichen Strand bringen sollte. Doch auch das ging total schief. Als wir ausstiegen, war dort kein Meer… Es war quasi noch toter als das Tote Meer… Dort war nichts. Wir beschlossen, jetzt nicht nochmal den gleichen Fehler zu machen. Und so warteten wir auf den Bus der uns wieder nach Jerusalem bringen sollte.

Gestern sind wir (die Freiwilligen aus dem Alyn) zur Klagemauer und in ein dahinter liegendes archäologisches Museum gegangen.

Später waren wir dann noch alle zusammen essen.

Es wird gemütlich 🕯

Die letzten Tage viel mit aus- und umräumen verbracht. Und das fing so an…

Freunde aus Jerusalem erzählten es gäbe eine aufgelöste WG ihrer Einsatzstelle, die man zu Fuß in zehn Minuten erreichen würde. Den Schlüssel dafür hatten die vier… Also zogen wir los und staunten nicht schlecht, als wir die Wohnung betraten. Es sah richtig eingelebt und gemütlich aus. Zwar war es alles etwas heruntergekommen, aber genau das fanden wir so toll. Alte Sofas, Barhocker, Teppiche, Tücher, Bücher und und und……

Also fingen wir an unsere Beutel zu füllen und Möbel auszusuchen, die wir noch gebrauchen könnten. Am Ende waren wir vollbepackt mit Beuteln, Taschen und trugen gleichzeitig noch ein großes Sofa zur WG.

Ich glaube wenn man sowas studieren könnte, wüsste ich jetzt was ich später werden möchte. Jemand der alte Wohnungen ausräumt und die Schätze der Vorgänger rauspickt und damit wieder was anfängt.

Sonntag und Montag war ich etwas krank und nutzte die Zeit um meine Sachen aus der aufgelösten WG bei uns zu verteilen (das coolste selbstverständlich bei mir im Zimmer).

Mittlerweile bin ich aber wieder gesund…ihr müsst euch also keine Sorgen machen 🦊

Jaaaaa… und danke, dass ihr schon so fleißig gespendet habt. Es ist schon eine ganze Menge zusammengekommen. Das ist echt richtig stark! Es fehlt auch nicht mehr viel… Danke (-:

Hier noch ein paar Bilder der letzten Tage:

Auf dem Weg in die WG mit den neuen Möbeln
Mein Bett
Mein selbst gebautes Schuhkartonregal (es hält!)
Der Rest vom Zimmer
Die Schuhkartonregalecke im Kerzenlicht

Wir wachsen…

Wie ich schon im letzten Beitrag erwähnt hatte, wollten wir nach Haifa zu einem Kumpel trampen. Gesagt getan.

Wir drei stellten uns an eine verkehrsreiche Straße in Jerusalem und hofften, dass uns jemand mitnehmen würde. Es dauerte keine zwanzig Minuten, bis eine Frau anhielt und uns mitnehmen wollte.

Während der Autofahrt unterhielten wir uns selbstverständlich ein bisschen mit ihr und so erfuhren wir, dass sie und ihr Mann eine eigene Privatbrauerei besitzen und sie die letzten Tage in Jerusalem bei einem kleinen Festival war. Anschließend lud sie uns noch zu sich und in ihre Brauerei ein!

Als wir in Haifa ankamen, gingen wir zum Strand und genossen die frische Mittelmeerluft, das Baden und das rumliegen in der Sonne. Später fuhren wir in die WG meines Kumpels und schliefen dort.

Auf der Heimreise lief es nicht ganz so gut wie auf dem Hinweg. Wir wurden zwar von einem jungen Mann bis in die Nähe von Jerusalem gebracht, doch der nächste der uns mitnahm, warf uns direkt an der Grenze zu Palästina raus. Er sagte uns, er fährt uns bis zum Qalandia Checkpoint. Wir stiegen einfach ein und erst während der Fahrt traf es uns wie ein Blitz, dass dies wahrscheinlich ein Grenzübergang ist…weil es Checkpoint heißt.

Er lies uns raus und wir liefen Richtung Jerusalem. Wir waren alle ziemlich angespannt und das wurde auch nicht besser, als wir auf einmal Schüsse hörten. Erst ziemlich langsame Schüsse und dann immer schnellere. Das war krass. Wir hatten alle nie zuvor Schüsse gehört und die Vorstellung, dass dort wahrscheinlich auf einen oder mehrere Menschen geschossen wurde, war beängstigend.

Es ist alles gut ausgegangen, zumindest für uns… ._.

In den vergangenen Tagen kamen die restlichen Mitbewohner meiner WG nun endlich auch in Jerusalem an. Wir verstehen uns alle ziemlich gut und haben so schon den ein oder anderen schonen Abend zusammen verbracht.

Mittlerweile haben wir unsere WG auch, was die Inneneinrichtung angeht, ein bisschen aufgepeppt. Das war uns eigentlich bis jetzt nur möglich, weil eine benachbarte WG aufgelöst wurde und wir alles was dort zu finden war mit in unsere nehmen durften.

So trugen wir mehrere Tische und Stühle, aber auch Sessel und verschiedene Deko zu uns… Nun ist es schon ansehlicher…Aber es gibt noch Potenzial 🙂

(Bilder folgen in den nächsten paar Tagen)

Vieeeel unterwegs ☀️

Die letzten paar Tage ist vielleicht nicht soooo viel passiert, aber ich war trotzdem oft unterwegs und habe deshalb auch nicht immer so lange geschlafen, wie ich es gern getan hätte.

Ich hatte am Montag meinen Orientierungstag im Alyn Hospital. Mir wurde fast 4 Stunden lang gefühlt jeder Winkel der Klinik gezeigt.

Ich will damit nicht sagen, dass ich es zu lange fand. Im Gegenteil. Erstens ist es eine riesige Einrichtung und zweitens war ich ziemlich beeindruckt von den ganzen verschiedenen Abteilen.

In den letzten beiden Tagen arbeitete ich in der Werkstatt, wo hauptsächlich in Handarbeit Ersatzteile für Rollstühle und verschiedenste Gehhilfen zusammengebaut und zusammenschraubt werden.

(Leider darf ich während der Arbeit keine Fotos machen)

Aber ich war nicht nur im Alyn. Nachmittags habe ich mich oft mit zwei Freunden (auch von der Diakonie Mitteldeutschland) in der Stadt bzw. in deren WG getroffen. Dort haben wir beschlossen einen Freund zu besuchen, den ich bei meinem Ausreiseseminar in Solingen kennengelernt habe.

Hier sind noch ein paar Bilder der letzten Tage…

Jerusalem in der Abendsonne

Der Felsendom am Abend

Eines unserer Schilder um zu dem Kumpel zu kommen, der in der Nähe von Haifa wohnt

Farben, Eisenach und Traktorenverbot

Wie jede Stadt, hat auch Tel Aviv schöne und eher nicht sooo schöne Ecken. Da ich vermutlich ab jetzt vermehrt in Jerusalem sein werde, weil ich hier im Alyn Hospital mit aushelfe, habe ich hier ein paar schöne Eindrücke Tel Avivs für euch.


Gestern haben wir aus unserem Hostel in Tel Aviv ausgecheckt und wurden von einem Ehepaar nach Jerusalem gebracht. Als wir Freiwilligen uns anfingen mit den beiden zu unterhalten, stellte sich heraus, dass die Frau ursprünglich aus EISENACH kam und nach Israel ausgewandert ist.

Da bist du 4 Stunden mit dem Flugzeug nach Israel geflogen und du triffst nach ein paar Tagen jemanden, der eigentlich aus Eisenach kommt. Tja, klein ist die Welt!

Als wir in Jerusalem ankamen, wussten wir noch nicht, mit was wir uns heute die Zeit vertreiben sollten. Also stiegen wir in den Bus und schlenderten ohne Ziel in der Altstadt herum und aßen Falafeln und tranken frisch gepressten Saft.

Außerdem fanden wir dieses witzige Schild.

Traktor fahren verboten! Warum man das nicht in der Altstadt darf… das ist ja echt seltsam. 😂

Ich bin da! 🇮🇱

Gestern gegen 17 Uhr Ortszeit, sind wir (ich, die anderen Freiwilligen und unser Betreuer) in Tel Aviv gelandet.

Unser Hostel, was mit allem was man braucht ausgestattet ist, suchten wir als erstes auf und ließen den ersten Tag im neuen Land mit einem landestypischen Essen am Strand ausklingen.

Heute machten wir uns gegen 10 Uhr auf und unser Betreuer zeigte uns ein paar schöne Ecken Tel Avivs, wie z.B. diese Straße auf der Teppiche, Instrumente und alte Möbel verkauft werden (siehe Bild).